Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ein Licht für Dich

Advent-005




Ich bringe dir ein Licht

Licht ins Dunkel

Licht für die schönen Augenblicke

Licht für die Stille

Licht für einen Moment Seelenruhe

Licht für Gedanken

Licht für Worte

Ich bringte dir ein Licht!

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Ein Märchen für dich

Drei Steine lagen zusammen. Als die Mondin hoch am Himmel stand und strahlend hell leuchtete begannen sich die Steine zu unterhalten. Einer war schwarz mit weißen Punkten, einer rot und der dritte klar. Sie befanden sich an einem Fluss, an den Wurzeln einer Thymianpflanze. „Hallo! Was macht ihr denn hier?“ fragte der Schwarze. „Ich bin ein Bergkristall und wurde hier her gebracht, mit der Bitte um Klarheit!“ antwortete der Klare. „Ich bin ein Karneol. Meine Aufgabe ist die Erneuerung und das wiederbringen der Lebensfreude. Und du? Was machst du hier?“ sagte der Rote. „Ich bin ein Schneeflockenobsidian, bringe Licht ins Leben und zeige die Realität! Und nun liegen wir hier rum, keiner ist da und ich komme mir total vergessen vor.“ Die anderen beiden stimmten ihm zu. Lange war es her, als sie hier her gebracht wurden. Viele Monde sind seitdem vergangen.
„Ihr wurdet zu mir gebracht, mit dem Wunsch und der Bitte jemanden zu helfen. Jeder von euch hat seine Aufgabe erhalten und die solltet ihr ausführen.“ sagte der Thymian. Die drei Steine erschraken bei diesen Worten, denn sie dachten, sie wären alleine. „Mit meiner Hilfe und unserer gemeinsamen Kraft können wir alle unsere Aufgaben erfüllen. Mein Element ist das Wasser und ich besitze die Kraft der Gesundheit, der Heilung, der übersinnlichen Fähigkeiten, der Liebe und Reinigung. Wir wurden zusammen getragen, um jemanden zu helfen. Mir scheint, ihr habt den wirklichen Sinn eurer Aufgabe vergessen.“ Die Steine verstanden nicht so wirklich, was der Thymian ihnen sagte. „Ich bitte euch, konzentriert euch auf eure Aufgaben, ich werde sie aufnehmen und dorthin schicken, wo sie hin sollen. Lasst uns zusammenhalten und gemeinsam etwas Gutes für einen besonderen Menschen tun!“
Nun verstanden die Steine und es bedurfte keinerlei Worte mehr. Sie erinnerten sich wieder und jeder konzentrierte sich auf seine Aufgabe und durch den Thymian flossen diese dann mit Hilfe der Mondin zu dir!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Für dich

Ich wünsche dir Zeit
Zeit die andere nicht haben
Zeit für dich
Zeit für Gedanken
Zeit zum Schreiben
Zeit zum Reisen
Zeit zum Nichts tun
Und dann wünsche ich mir Zeit
Zeit die ich nicht habe
Zeit für mich
Zeit für Gedanken
Zeit zum Schreiben
Zeit zum Reisen
Zeit zum Nichts tun
Vielleicht begegnen wir uns in diesen Zeiten
In unseren Gedanken
In unseren Geschichten
Auf unseren Reisen
Oder einfach beim Nichts tun

Dienstag, 10. November 2009

Für meine Schwester

Als ich erwachte schaute ich in die Augen meiner über alles geliebten Schwester. Ich konnte es kaum glauben, doch sie war es wirklich. Sie sah mich an und ihre Augen schienen bis auf meine Seele zu schauen. Ein vertrautes Gefühl war das. Wir nahmen uns in die Arme und ich spürte ihre Wärme. Wie gut das tat und wie sehr ich das vermisst hatte. Es war schon lange her, das mich jemand mit soviel Wärme in die Arme nimmt. Diese Begegnung bedurfte keinerlei Worte, wir verstanden uns auch so. Wir hielten einfach einander fest. Meine Gedanken überschlugen sich, bei dem Gefühl sie bei mir zu haben und wieder zu spüren. So vieles wollte ich ihr sagen, doch fehlten mir die Worte, das auszudrücken, was in mir vorging.
Plötzlich war ich wieder allein. "Wo bist du? Warum kannst du nicht bleiben?" hallte es noch in meinem Kopf. Ich wurde traurig, unendlich traurig. War es doch wieder nur ein Traum?


"Ich weiß nicht einmal, ob du es überhaupt liest. Aber dennoch schreibe ich es dir. Bitte rege dich nicht auf, deine Kräfte brauchst du jetzt für dich selber. Ich möchte nichts von dir, ich möchte nur, das du weißt, wie sehr du mir fehlst. Als Mensch, als Schwester, als Freundin, als Unterstützer und Berater, als ewiger Zuhörer... Manche Dinge brauchen etwas länger, bis sie da ankommen, wo sie auch verstanden werden. Und manchmal ist es dann leider zu spät. So wie jetzt!
Mein Kreis hier hat sich kaum verändert, im Gegenteil, die Last ist so groß geworden, das ich nicht mal mehr aufrecht stehen kann. Es gibt Tage da geht es und an anderen geht es so überhaupt nicht. Aber ich schaffe das - irgendwie. Es geht dennoch immer weiter vorwärts. Gedanken an dich helfen mir manchmal dabei. So wie heute... Alles ging mal wieder daneben, ich fühle mich hilflos, kraftlos und als totaler Versager auf allen Ebenen. Ich weiß nicht mehr weiter, habe meine Grenzen schon lange überschritten und bin wieder an dem Punkt angekommen, einfach aufzugeben. Was mir mein bisschen Restverstand jedoch verbietet. Selbst das Wetter heute passt zu meiner Stimmung. Es ist grau in grau, wird nicht richtig hell und der Himmel weint, genau wie ich.
Vielleicht wird es doch noch mal eine gemeinsame Zeit geben. Ich wünsche es mir aus tiefstem Herzen!

Deine kleine Schwester Najou

Dienstag, 20. Oktober 2009

Akiro

Plötzlich stand er vor mir, einfach aus dem Nichts, öffnete seinen schwarzen Umhang und sagte: „Komm!“
Die Stimme klang tief und einladend. Ohne zu zögern ging ich langsam auf ihn zu. Wir schauten uns tief in die Augen. Eine unendliche Weite fing mich auf, die mir ein wohliges und vertrautes Gefühl vermittelte. Es war, als könnte ich das gesamte Universum in diesen Augen sehen. Der Umhang hüllte mich ein und Arme nahmen mich auf. Es war wie ein nach Hause kommen. Ein Gefühl, was ich so gar nicht mehr kannte. Mir wurde schwindelig, ich schloss meine Augen, alles wurde schwarz und ich fiel ins Nichts. Alles ließ ich los, alles fiel von mir ab. Es gab keine Gedanken, keine Schmerzen, keine Sorgen, alles war weg. Müdigkeit überkam mich und ich fiel in einen tiefen traumlosen und langen Schlaf.

Freitag, 5. Juni 2009

Kinderlachen

Die Sonne steht hoch am Himmel und die Luft ist verzaubert von glücklichem Kinderlachen. Schmetterlinge tanzen herum und die Bienen fliegen eifrig von einer Blüte zur nächsten. Die Zwillinge Carlin und Nia laufen Hand in Hand über die Wiese. Sie lachen und freuen sich über den wunderschönen Tag. Sie begrüßen die Sonne und erfreuen sich an der bunten Blumenpracht. Die Wiese führt bis zu den Klippen am Meer, wo der Abgrund sehr tief ist. Dennoch ist das Geräusch der peitschenden Wellen immer zu hören. Hier stehen Carlin und Nia oft und schauen den wilden Wellen zu, die weit unten immer und immer wieder gegen den Felsen preschen. Ein zauberhafter Anblick, der beide immer wieder in seinen Bann zieht. Manchmal verbringen sie Stunden hier oben, um Wind und Wasser zu beobachten und mit ihnen zu singen. Zurück gibt es meist einen Wettlauf, den beide gewinnen. Ein rührender Anblick, wie unbeschwert die Mädchen spielen. Die beiden sind unzertrennlich und machen alles gemeinsam. Die Luft ist erfüllt von glücklichem Kinderlachen. Sie tollen auf der Wiese herum, pflücken Blumen, binden Kränze, zählen Schmetterlinge und sind dankbar über ihre Leben. Jeder, der die beiden sieht und hört muss lächeln. Es ist, als könnten Carlin und Nia den Menschen das Glück und die Freude bringen.

Finja atmet auf und öffnet ihre Augen. Sie liebt diese Bilder in ihrem Kopf über alles. Ein Glücksgefühl kommt in ihr hoch und die Freude steht ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie weiß, dass dies Erinnerungen aus einem früheren Leben sind. Und das macht sie unendlich glücklich, aber gleichzeitig hat sie dabei auch eine unerklärliche Sehnsucht, verbunden mit einer tiefen Traurigkeit. Dennoch verliert sie sich immer wieder in diesen Bildern. Es ist, als wären sie manchmal lebendig. Eines Tages ist alles anders. Wie so oft, wenn Finja müde von ihrer Arbeit nach Hause kommt und sich auf die Couch legt, hört sie das Kinderlachen. Sie schließt ihre Augen und schon sieht sie die Bilder.

Gerade eben schien noch die Sonne und die Zwillinge tollten lachend über die Wiese. Doch plötzlich verdunkelt sich der Himmel und die Sonne versteckt sich hinter schwarzen Wolken. Carlin und Nia sind auf dem Weg zu den Klippen. Sie sind völlig fasziniert von dem Naturschauspiel. Oben angekommen beobachten sie den näher kommenden Sturm und die wilden Wellen weit unten. Der Wind wird immer stärker. Nia bekommt etwas Angst und geht ein paar Schritte zurück. Carlin dreht sich zu ihr um und im selben Moment blitzte es, gefolgt von einem lauten Donnerschlag. Carlin erschrak über dieses ohrenbetäubende Geräusch und ging einen Schritt zurück, verlor ihr Gleichgewicht und stürzte die Klippen hinunter. Nia sprang nach vorn, schmiss sich auf den Boden und sah Carlin fallen. Die Welt hielt den Atem an und die Zeit schien still zu stehen für einen Moment. Nia sah, wie Carlin fiel und fiel und schrie: „Carlin! Carlin!“ Diese hatte beim Fallen ein Lächeln im Gesicht, dann prallte sie auf die Felsen und ihr Körper fiel ins Wasser. Das Gewitter war nun direkt über Nia. Sie schrie immer noch nach Carlin, aber der Regen prasselte auf die Erde und übertönte so ihre Rufe. Blitz und Donner lieferten sich ein atemberaubendes Schauspiel. Nia lag immer noch auf dem Boden, mittlerweile schon völlig durchnässt. Sie sah wie Carlin starb und ihr Körper im Meer versank. Tränen liefen über ihr Gesicht und eine unendliche Traurigkeit und Sehnsucht überkam sie. Carlin war tot, ihre über alles geliebte Schwester war einfach tot. Nia konnte sich nicht mehr bewegen und starrte weiter ins Meer. Alles in ihr zog sich zusammen. Und so blieb sie einfach dort liegen.
Von diesem Tag an hörte niemand mehr das Kinderlachen. Nia lachte nicht, weinte nicht und sprach kein Wort mehr. Sie zog sich ganz in sich zurück und nahm am Leben nicht mehr teil. Niemand konnte ihr die Liebe zu Carlin, zu ihrer über alles geliebten Schwester ersetzen.


Finja holte Luft und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie war entsetzt und erschrocken zugleich. Diese Bilder kannte sie nicht. Aber sie lösten etwas in ihr aus und diese Erinnerung schmerzte. Sie wusste, wie Nia sich gefühlt hat. In genau dem Moment, als Carlin starb, hat auch Nia aufgehört zu leben. Sie baute sich eine Schutzmauer und wollte nie wieder so verletzt werden. Finja fiel es wie Schuppen von den Augen. Auch sie hatte sich diese Schutzmauer gebaut, weil sie die vielen Verletzungen einfach nicht mehr ertragen konnte, die sie erlebt hatte. Nun lösten die Erinnerungen nicht mehr dieses Glücksgefühl aus, sondern nur noch Traurigkeit und eine unendliche Sehnsucht, die unerträglich ist. In der Nacht hört Finja wieder Kinderlachen. Ihr Herz überschlägt sich vor Freude bei dem Geräusch. Sie dreht sich um und sieht die Zwillinge. Sie tollen lachend über die Wiese. Finja möchte sie umarmen, doch schon ist es wieder still und sie schaut ins Leere. So geht das Nacht für Nacht. Finja schläft kaum noch, denn diese Bilder der Zwillinge verfolgen sie regelrecht. Sie ist völlig zerrissen von ihren Gefühlen. Es wird zu einer Qual, die Finja einfach nicht zu greifen weiß.

Es ist Nacht. Finja kann wieder nicht schlafen. Sie öffnet das Fenster und schaut hinaus. Ganz leise nimmt sie die Meeresbrandung war. Wie sehr sie doch dieses Geräusch liebt, obwohl es ihr auch schmerzliche Erinnerungen schickt. Dieses Mal verliert sie sich nicht in diesen Bildern. Sie geht hinaus und ohne weiter nachzudenken führt ihr Weg sie Richtung Meer. Die Mondin steht hoch am Himmel. Der Nebel kommt schleichend über den Boden gekrochen und lässt sie erschauern. Finja hat Angst, aber etwas treibt sie vorwärts. Sie geht die Wiese hoch bis zu den Klippen. Es ist seltsam still hier. Oben angekommen ist die Luft klar. Der Nebel hat hinter ihr alles eingehüllt. Es sieht aus, als wäre die Welt in Watte gepackt. Finja schaut auf das Meer, alles ist ruhig. Sie saugt diese Ruhe und Stille in sich auf. Plötzlich bekommt sie diese unbeschreibliche Sehnsucht. Sie steht am Rand der Klippen und möchte einfach springen. Doch dann hört sie das Kinderlachen, dreht sich um und sieht Carlin aus dem Nebel kommen. Das Bild ist so lebendig. Finja fängt an zu weinen. Die kleine Carlin kommt auf sie zu und sagt:“Tu das nicht! Du brauchst dir um mich keine Sorgen machen. Es geht mir gut. Lebe dein Leben und halte nicht an mir fest.“ Carlin streckte ihre Hand aus und noch bevor Finja etwas tun konnte, legte Nia ihre Hand in die von Carlin. Nia kam aus Finja und weinte, doch Carlin wischte ihr die Tränen weg und sagte:“ Danke! Nun sind wir wieder zusammen!“ Glücklich lachend verschwanden die Zwillinge im Nebel. Finja stand da und spürte eine große Erleichterung. Diese Sehnsucht war weg, genau wie die Traurigkeit. Sie holte tief Luft und fühlte sich frei. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie ihre Freiheit. Denn sie hatte losgelassen und damit etwas unbeschreiblich Schönes bewirkt. Sie hatte Carlin und Nia wieder zusammen gebracht. Und die Erinnerung an die Zwillinge hinterlassen nun ein tiefes Vertrauen und Zufriedenheit.
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