Enea ist eigentlich eine ganz normale Frau. Verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. Sie geht stundenweise arbeiten, zurzeit allerdings mehrmals die Woche. Sie engagiert sich bei diversen Projekten in der Schule und fährt ihre Kinder von einem Termin zum Nächsten. Sie wohnt mit vier Generationen zusammen auf drei nebeneinander liegenenden Grundstücken und ist familiär sehr eingebunden. Kocht oft für alle, kümmert sich um jegliche Reparaturarbeiten, um die Gartenarbeit und oftmals nimmt sie auch noch den Hund von ihrer Mutter mit Gassi. Ihr Vater ist viel auf Montage und daher selten da, sonst würde er sich um alles kümmern. Ihr Mann ist den ganzen Tag arbeiten und hat auch nicht wirklich so den Familiensinn. Er findet diese Dinge unwichtig! Kurzum Enea fühlt sich für alle und alles Verantwortlich und versucht, es allen Recht zu machen. Was natürlich nicht geht. Ihre Mutter meint, sich mit diversen Krankheiten Aufmerksamkeit verschaffen zu müssen und klagt Enea ständig ihr Leid. Die Kinder sind ebenfalls sehr anstrengend. Die Große befindet sich in der Vorpubertären Phase und macht nur noch Ärger auf allen Ebenen. Die Kleine redet ununterbrochen und ist zu tiefst beleidigt, wenn Enea einfach mal Ruhe haben möchte. Was eigentlich kaum möglich ist. So ist das Leben von Enea, jeden Tag ohne Pause...
Vor ein paar Wochen bekam Enea sporadisch ein Piepen im Ohr. Dieses Geräusch kam und ging. Draußen war es weg. Erst machte sie sich nur wenig Gedanken darüber, dann informierte sie sich aber doch. So etwas ist Stressbedingt. Was ihr auch verschiedene Personen sagten. Sie hat aber gar keinen äußerlichen Stress mit Hektik oder so. Sie hat zwar viel zu tun, aber das war schon immer so. Aber innerlich sieht es nicht so schön aus; ihre Gedanken überschlagen sich regelrecht. Sie kann das nicht zum Ausdruck bringen, was in ihr vorgeht. Sie kommt einfach nie zur Ruhe! Als das Piepen ständig zu hören war, ging sie doch zum Arzt, obwohl ihr klar war, dass dieser nicht helfen wird. Er meinte nur, dass es Stress sei und sie diesen so schnell wie möglich abstellen soll. Das bestätigte erneut ihre Meinung über Ärzte.
Enea ist ein Kopf-Mensch, die sich ständig über alles Gedanken macht. Sie belasten die einfachsten Dinge, wo andere drüber lachen. Enea machen diese Dinge ziemlich fertig. Sie weiß das und versucht auch dagegen anzugehen, aber ihr fehlt mittlerweile die Kraft den Schalter in ihrem Kopf umzulegen bzw. einfach mal auf Stopp zu drücken. Kurzum Enea ist am durchdrehen und weiß weder ein noch aus. Eine gute Freundin und Schamanin versuchte es auch mit diversen Dingen. Nichts half, noch nicht einmal ansatzweise. Wie kann auch etwas helfen, was Enea nicht annehmen kann? Sie weiß, das sie das Problem ist und nur sie alleine etwas verändern kann. Aber genau das kann sie nicht. Immer liegt alles an ihr, alles steht und fällt mit ihr. Es ist zum Verzweifeln! Enea würde manchmal am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand laufen, was sie im Traum schon oft getan hat. Egal wie laut die Alltagsgeräusche sind, das Piepen ist immer da. Sie hat oftmals das Gefühl wahnsinnig zu werden. Und es kommt immer mehr dazu. Sie hat extreme Nackenprobleme, schläft nachts nur noch sehr schlecht bis gar nicht und kommt sich vor, als würde die Last auf ihren Schultern sie in die Knie zwingen. Auch mit diversen Hautausschlägen plagt sie sich rum, von den Schmerzen im rechten Handgelenk mal ganz zu schweigen. Das Essen fällt ihr mehr als schwer. Sie hat oft Bauchschmerzen und ihr Körper schreit förmlich nach Wasser. Enea kann nicht mehr...
Sie hat das Vertrauen und den Glauben verloren. Das, was sie leben möchte, funktioniert einfach nicht. Egal was sie macht, was sie tut. Daher mag sie auch einfach nicht mehr reden. Sie weiß, das genau das ein grundlegend falscher Weg ist.
Enea hat irgendwann angefangen zu resignieren, alles mehr oder weniger hinzunehmen und vergessen zu leben. Sie weiß einfach nicht mehr, wie sich das anfühlt - das Leben! Sie funktioniert einfach nur noch. Sie liebt ihre Kinder und auch ihren Mann, aber jegliches Gefühl fehlt. Sie weiß nicht, wie es sich anfühlt von einem lieben Menschen in den Arm genommen zu werden. Sie wird in den Arm genommen, hat auch liebe Menschen um sich, aber sie spürt einfach nichts mehr aus Angst, das ihr weh getan wird. Sie erträgt keine Verletzungen mehr und hat sich daher ihr eigenes Haus gebaut - zum Schutz. Aber selbst in ihrem eigenen Haus fühlt sie sich nicht wohl. Niemand kann Enea erreichen und das macht sie immer wieder unendlich traurig!
Viele Dinge, in der Hoffnung auf Hilfe, hat sie angefangen. Aber ihre Ungeduld hat alles schnell immer wieder abbrechen lassen. Ihr Leben war in den letzten Jahren ein auf und ab. Und Enea hat sich einfach verrannt und findet nicht die Worte, um Hilfe zu bitten. Sie kann sich einfach nicht mitteilen und stellt immer und immer wieder fest, das sie falsch verstanden wird, weil sie ihre Worte falsch gewählt hat. Dabei möchte sie doch einfach nur ein ruhiges Leben führen, mit einem harmonischen Miteinander! Aber das scheint irgendwie nicht möglich zu sein. Enea ist wütend und traurig zugleich, aber sie will Leben und hat fürchterliche Angst davor liebe Menschen zu verlieren. Menschen die ihr wichtig sind. Menschen die einen Platz in ihrem Herzen haben. Menschen die für sie da sind! Sie weiß, das sie nicht allein ist, auch wenn ihr Verstand ihr immer wieder einredet, das es immer schon so war und auch so bleiben wird. Das sie ihren Weg alleine geht!
Der Wind bringt uns in den Norden
Dort wartet das Wasser auf mich
Ich fühle mich dort hingezogen
Aber dennoch ist mein Platz hier
Ich möchte diese Veränderung nicht
und kann es dir nicht sagen
Du gehst dennoch
Die Zeit wird uns einen Weg zeigen
wie wir weiterhin miteinander gehen
auch wenn wir uns nicht mehr täglich sehen
03. Juni 2008
Ich kann dich nicht sehen,
aber immer hören
und dennoch nicht verstehen.
Was möchtest du mir sagen?
Ich kann dich das nur immer wieder Fragen
Du spielst unaufhörlich deine Melodie
So kann es nicht weitergehen
darum bleibe ich stehen
Bisher hat nichts geholfen
Ist es mal wieder meine Ungeduld?
Sag mir, was ich kann tun?
Damit ich endlich wieder kann Ruh'n
Du wurdest reineschubst
Hattest Angst und stelltest dich stumm vor die Wand
Deine Augen schauten nach unten
Niemand bemerkte dich
Mir wurde kalt als ich dich sah
Als ich die Dinge sah aus deinem Leben
Niemand möchte dich haben
Keiner hat dich lieb
Überall nur Streit und Hass
Alkohol und Drogen
Dazu dann noch Hunger und Durst
Einsamkeit und Traurigkeit
Dann schautest du mich an
Für einen kurzen Moment sah ich deine Augen
Diese Augen waren leer
und schrieen förmlich um Hilfe
Dann kam deine Schwester
Sie zog dich wieder raus
Und keiner hatte dich bemerkt!
Wenn ich die Worte sehen könnte,
würde ich sie sofort zu dir bringen.
Aber da ist nichts
und doch alles!
Es tut manchmal weh
Dann ist sie wieder da
diese unendliche Traurigkeit
Warum nur?
Ich hatte doch losgelassen
Hilfe! Fragt sich nur wo und wie?
Eine Trennung möchte ich nicht
Ich habe Angst dich dann zu verlieren
Obwohl ich das schon habe
Du fehlst mir...
und ich muss lernen, damit zu leben!